Geschäftsbericht 2016

Portfolio

So trägt die EAA weiterhin zur Stabilisierung der Finanzmärkte bei

Abbau 2016

  • Kredite und Wertpapiere: minus 6,3 Milliarden Euro oder minus 18%
  • Verbliebenes Nominalvolumen: rund 29,7 Milliarden Euro
  • Derivative Finanzprodukte: minus 83 Milliarden Euro oder minus 24%
  • Verbliebenes Nominalvolumen: rund 259 Milliarden Euro

Das Portfolio der EAA ist damit bereits erheblich kleiner als ursprünglich für diesen Zeitpunkt geplant. Das zeigt, dass die EAA bei der Umsetzung ihrer Ziele gut vorankommt.

Die EAA hat einen klaren öffentlichen Auftrag: das übernommene Multi-Milliarden-Portfolio risikominimierend und wertschonend abzubauen. Die EAA prüft laufend Möglichkeiten, um die Abwicklung des Portfolios der einstigen WestLB zu beschleunigen – jedoch nicht um jeden Preis. Lassen sich auf lange Sicht höhere Werte für eine Position realisieren, hat sie die Option zu warten.

Um ihre Ziele zu erreichen, hat die EAA sich ein eigenes Instrumentarium geschaffen, in dessen Mittelpunkt ihr langfristig angelegter Abwicklungsplan steht. Er bietet Analysen für jede einzelne Vermögensposition, Angaben zu ihrem fundamentalen Wert, über potenzielle Risiken bis hin zu den Kosten ihrer Verwaltung. Auf dieser Basis kann die EAA den Abbauprozess wert- und risikooptimiert gestalten.

Erfolge 2016

Die EAA baute ihr Kredit- und Wertpapier-Portfolio ausgewogen ab: Der Investment-Grade-Anteil lag Ende 2016 bei 69% und ist höher als etwa bei Übernahme der Portfolios im Jahr 2012 beziehungsweise 2010.

Um den Abwicklungsprozess optimal zu steuern, unterteilt die EAA ihre Kredit- und Wertpapierbestände in Cluster. Auch im Jahr 2016 konnte sie den Abbau vieler Segmente zügig vorantreiben, beispielsweise die Abwicklung von Kreditengagements in verschiedensten – teils auch schwierigen – Branchen-Clustern.

  • Luftfahrt: minus 42%, Abbau rund 220 Mio. EUR auf gut 300 Mio. EUR
  • Bau-/Spezialchemie-/Gesundheitsindustrie: minus 55%, Abbau rund 160 Mio. EUR auf rund 130 Mio. EUR
  • Energie-Produzenten: minus 31%, Abbau rund 230 Mio. EUR auf knapp 530 Mio. EUR
  • Logistik-/Dienstleistungen: minus 84%, Abbau knapp 170 Mio. EUR auf rund 30 Mio. EUR
  • Schifffahrt: minus 17%, Abbau gut 50 Mio. EUR auf knapp 270 Mio. EUR

Bei der Abwicklung des Handelsbestands konzentrierte die EAA ihre Maßnahmen auch 2016 darauf, die Komplexität des Portfolios zu reduzieren: Das erleichtert die Steuerung, senkt Kosten und Risiken.

  • Vollständige Abwicklung einzelner Produktgruppen, etwa Rohstoffderivate; ein zur Steuerung eingesetztes IT-System wird daher künftig nicht mehr benötigt.
  • Gezielter Abbau von komplexen Aktienderivaten, insbesondere durch Übertragung (Novation) auf andere Banken.
  • Die Zahl der Derivate-Vertragspartner wurde 2016 um weitere rund sechs Prozent auf rund 500 reduziert, bei Übernahme des Handelsbestands waren es mehr als 900. Solche Maßnahmen senken die Risiken aus der möglichen Verschlechterung der Bonität von Kontrahenten sowie den Verwaltungsaufwand.

Angekündigt und umgesetzt

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 hat die EAA zahlreiche langfristig vorbereitete Maßnahmen erfolgreich abschließen können. Wesentliche Fortschritte erzielte sie unter anderem bei der Abwicklung ihres Beteiligungsportfolios sowie bei Teilportfolios, deren Abbau durch Rechtsstreitigkeiten erschwert ist.

Stichwort: Klagen

Ein großes Portfolio mit Zinsswap-Verträgen führte zu Rechtsstreitigkeiten mit – in der Spitze – mehr als 60 Kommunen. Bis Ende Dezember 2016 konnte die EAA rund zwei Drittel aller Fälle, die zu Klagen geführt hatten, durch Vergleiche beenden. Die Einigung war erst möglich, nachdem die EAA in mehreren Fällen den Bundesgerichtshof (BGH) angerufen hatte. Entscheidungen des BGH aus den Jahren 2015 und 2016 stärkten die Position der EAA.

In den USA setzte sich die EAA gegen eine Großbank durch, die als Treuhänderin im Kreditverbriefungsgeschäft agiert hatte. Kreditverbriefungen standen im Mittelpunkt der Finanzkrise und sind daher Gegenstand vieler Verfahren in den USA. Während andere Kläger in der Regel nur gegen Investmentbanken vorgehen, die solche Wertpapiere aufgelegt haben, hat die EAA auch die Rolle der Treuhänder untersucht und erfolgreich in ihre Klagestrategie einbezogen.

Stichwort: Beteiligungen

Der EAA wurden mehr als 320 Beteiligungen – 120 direkte und etwa 200 indirekte -übertragen. Die Bandbreite reichte von Kreditinstituten über Private-Equity-Gesellschaften bis zu Business Schools. Dazu kamen rund 1400 Zweckgesellschaften weltweit, etwa für Leasing- und andere Finanzierungs- oder Bankbeteiligungsgeschäfte. Ende 2016 standen noch 154 Beteiligungen zu Buche – 80 direkte und 74 indirekte – sowie 402 Zweckgesellschaften.

Das Beteiligungsmanagement der EAA konzentriert sich darauf, insbesondere komplexe Engagements mit hohem Steuerungsaufwand beschleunigt abzuwickeln. Allein der 2016 erfolgte Verkauf der WestFonds Immobilien-Anlagegesellschaft mbH machte es zum Beispiel möglich, zugleich rund 70 indirekte Beteiligungen abzubauen. Unter anderem gelang es auch eine Beteiligung zu beenden, bei der ein Rückzug seit mehr als 20 Jahren durch den Rechtsstreit mit einer südamerikanischen Zentralbank blockiert war.

Durch Maßnahmen im Beteiligungsportfolio konnte die EAA in vielen Fällen Werte heben und damit ihr Eigenkapital stabilisieren. So realisierte sie 2016 beispielsweise erhebliche stille Reserven beim Verkauf einer kaum marktgängigen Beteiligung an einem Anbieter elektronischer Kartensysteme.

Portfolio 2017

Der Handelsbestand besteht maßgeblich aus Zinsderivaten, mit einem Nominalvolumen von rund 256 Milliarden Euro und einem Anteil von rund 99 Prozent. Das verbliebene Bankbuchportfolio von knapp 30 Milliarden Euro setzt sich aus Krediten und Wertpapieren zusammen:

  • Im Kreditportfolio bilden Projektfinanzierungen den Schwerpunkt. Die EAA managt rund 40 langlaufende Kredite für Infrastrukturprojekte, darunter Mautautobahnen, Straßen, Brücken, Flug- und Seehäfen oder auch Wasserversorgungsprojekte. Dazu kommen knapp 100 große Kraftwerksprojekte, mit konventionellen wie auch alternativen Energieträgern.
  • Im Portfolio der strukturierten Kredite dominieren die Engagements, die mit Darlehen am US-Häusermarkt verknüpft sind (67%). Deren Marktwert hat sich nach der Finanzkrise deutlich erholt, ohne jedoch das Vorkrisen-Niveau wieder zu erreichen.
  • Bei den handelbaren Wertpapieren überwiegen europäische Staatsanleihen und vergleichbare Titel öffentlicher Schuldner. Ende 2016 umfassten sie ein Volumen von mehr als fünf Milliarden Euro, rund zwei Drittel entfallen auf die südeuropäischen Länder Italien, Spanien und Zypern.