Geschäftsbericht 2016

Vorstand

Erfolge und Chancen der EAA – die Sicht der Vorstandsmitglieder

Fragen an Markus Bolder

Markus Bolder
Markus Bolder
Vorstand

Herr Bolder, Sie werden den EAA-Vorstand im Sommer 2017 verlassen und neue Aufgaben übernehmen. Was ist für Sie persönlich der größte Erfolg der vergangenen sieben Jahre?

Die EAA startete 2010 praktisch bei Null. Es gab keine Blaupause für eine solche Einrichtung und wir waren gerade eine Hand voll Leute. So mussten wir zunächst einmal eine gute Mannschaft rekrutieren und solide Strukturen aufbauen. Dennoch haben wir von Beginn an ein Milliardenportfolio verantwortet und sind unserem Auftrag gerecht geworden, Verluste zu minimieren. Das war eine beachtliche Teamleistung, auf die ich auch persönlich stolz bin.

Was nehmen Sie als wichtigste berufliche Erkenntnis mit?

Mir sind zwei Aspekte wichtig. Erstens bin ich überzeugt, dass das Modell der EAA klare Vorteile bietet, wenn Bankbilanzen mit möglichst geringen Verlusten abgebaut werden sollen. Zweitens verändert die Abwicklung den Blick aufs Bankgeschäft: Man hinterfragt bestehende Prozesse kontinuierlich und passt sie hinsichtlich Kosteneffizienz und Risikosteuerung regelmäßig den Gegebenheiten an.

Fragen an Horst Küpker

Horst Küpker
Horst Küpker
Vorstand

Herr Küpker, wie wirken sich die niedrigen Zinsen auf die Arbeit der EAA aus. Anders gefragt: Wird der Portfolioabbau in diesem Umfeld nicht zum Selbstläufer?

Sicher nicht. Das Umfeld schafft zwar Kaufanreize für Investoren, die später von Wertsteigerungen profitieren wollen. Es ist aber nicht das Geschäftsmodell der EAA, lediglich Käufer zu finden und Positionen loszuschlagen. Wir müssen prüfen, ob wir Engagements besser halten oder restrukturieren, um das Gesamtergebnis zu optimieren. Unser Ziel ist es, Werte zu sichern. In dieser Form wird Portfolioabbau nie zum Selbstläufer. In Euro und Cent haben die Niedrigzinsen die EAA belastet, da etwa gute Schuldner Kredite mit hohen Margen frühzeitig ablösten. Das ließ sich durch eine günstigere Refinanzierung nicht vollständig auffangen.

Was bedeutet es für die EAA, wenn die Zinsen, speziell in den USA, wieder steigen und der Wert des Euros sinkt?

Etwa 40 Prozent der Kredite und Wertpapiere im EAA-Portfolio sind in Dollar denominiert. Die Risiken, die damit verbunden sind, haben wir jedoch weitestgehend neutralisiert. Wir refinanzieren Dollarpositionen in der Regel durch Dollaremissionen. Das eliminiert Wechselkursrisiken. Gegen verbleibende Marktrisiken, inklusive Zinsanstieg, sind wir durch Hedgegeschäfte gesichert.

Fragen an Matthias Wargers

Matthias Wargers
Matthias Wargers
Sprecher des Vorstands

Herr Wargers, der Abbau des Portfolios ist weit fortgeschritten, welche Aufgaben werden die EAA in den kommenden Jahren noch beschäftigen?

Unsere Arbeit ist tatsächlich weit fortgeschritten. Allerdings darf man daraus nicht schließen, die verbliebenen Aufgaben ließen sich sozusagen mit Links erledigen. Wir verwalten immer noch ein breit diversifiziertes Milliarden-Portfolio mit unterschiedlichen Anforderungen. Beispielsweise bei der Steuerung eines umfangreichen Bestands mit US-Lebensversicherungspolicen oder der Restrukturierung von Energieprojekten der ehemaligen WestLB.

Der Abbau von Risikopositionen ist noch immer – oder schon wieder – zentrales Thema für die Finanzbranche. Hat das Auswirkungen auf die EAA?

Aktuelle Debatten wirken sich nicht auf die EAA als Institution aus. Unsere Aufgabe ist klar umrissen. Wir sehen sogar Chancen, sie schneller zu erledigen als ursprünglich angenommen. Die hier gewonnene Erfahrung wird auch künftig von großem Wert sein, wenn Bilanzen von Banken und Finanzdienstleistungs­unternehmen strategisch neu ausgerichtet und bereinigt werden sollen. Überdies erleichtert das aktuelle Umfeld es der EAA gegebenenfalls auch, geplante Outsourcing-Schritte umzusetzen.