Geschäftsbericht 2016

Ziele

Öffentlichen Interessen verpflichtet

Risikoabbau

Ein zügiger und wertschonender Abbau der übertragenen Portfolios entlastet die Beteiligten der EAA von erheblichen Risiken, die mit dem Ende der ehemaligen WestLB verbunden waren. Deren Eigentümer – das Land Nordrhein-Westfalen und die dortigen Sparkassen- und Landschaftsverbände – sowie der Finanzmarktstabilisierungsfonds müssten aufgrund der Haftungszusagen für eventuelle Verluste am Ende des Abwicklungsprozesses einstehen. Der Abwicklungserfolg der EAA dient so den finanziellen Interessen der öffentlichen Beteiligten.

Kostendisziplin

Die EAA trägt alle mit der Erfüllung ihrer Aufgabe verbundenen Kosten selbst, von der Refinanzierung des Portfolios über die Gehälter ihrer Mitarbeiter und die Honorare externer Dienstleister bis hin zu den Kosten, die für ihre Kontrolle entstehen. Kostenmanagement ist daher eine weitere Herausforderung im Abwicklungsprozess. 2016 senkte die EAA den Aufwand auf knapp 213 Millionen Euro – eine annähernde Halbierung der Kosten auf Sicht von drei Jahren.

Stabilität

Die ambitionierten Ziele der EAA gleichgewichtig umzusetzen, verlangt kompetente Mitarbeiter und eine stabile Organisation. Doch: Je erfolgreicher die EAA ist, desto eher wickelt sie sich auch selbst ab. Während Erfolg im Unternehmen Stellen sichert, ist er bei einer Abwicklungsanstalt mit Stellenabbau verbunden. So ist es eine zentrale Führungsaufgabe, das nötige Know-how auch für die Abwicklung des Restportfolios zu sichern. Dazu muss die EAA ihre Strukturen und Prozesse fortlaufend optimieren. 2016 stellte sie mit der Privatisierung ihrer Portfoliomanagement-Tochter EPA dafür die Weichen. Die Transaktion steht aktuell noch unter dem Vorbehalt entsprechender aufsichtsrechtlicher Genehmigungen, der endgültige Abschluss (Closing) wird im ersten Halbjahr 2017 erwartet.

„Schwarze Null“ am Ende des Abwicklungsprozesses

Stabiler Verlustpuffer

Zusammen mit weiteren Eigenmitteln (Eigenkapitalziehungsrahmen) und bereits getroffener Vorsorge für potenzielle Risiken verfügt die EAA noch über rund 2,2 Milliarden Euro, um Verluste aufzufangen, ohne die Haftungszusagen der Beteiligten in Anspruch nehmen zu müssen. Das Ziel, den gesamten Abwicklungsprozess mindestens mit einer schwarzen Null zu beenden, ist somit erreichbar.

Die nächsten Schritte

  • Gemäß aktueller Planung wird die EAA das Volumen ihres derzeitigen Portfolios bis 2020 um weitere rund 40 Prozent verringern. Der Bestand an Krediten und Wertpapieren soll dann deutlich unter 20 Milliarden Euro liegen, der Handelsbestand unter 160 Milliarden Euro.
  • Der Verwaltungsaufwand soll bis 2020 erneut um beinahe die Hälfte sinken.
  • Die EAA konzentriert sich überdies auf weitere Maßnahmen im Beteiligungsportfolio, das setzt Kapital frei, senkt künftige Kosten sowie operationelle Risiken. Besondere Bedeutung kommt dabei der Veräußerung der EAA CBB in Irland als operativer Beteiligung mit Banklizenz zu. Die japanische Tochter, EAA Japan K.K., soll nach vorbereitenden Maßnahmen im abgelaufenen Jahr im nächsten Schritt liquidiert werden.
  • Im Rahmen eines neuen Projekts wird die EAA 2017 prüfen, welche alternativen Strategien den Risikoabbau zusätzlich beschleunigen könnten.